#49 - Auf den Punkt - Wohngebäudeversicherung 2026
Shownotes
Elementarschutz ist vereinbart. Der Selbstbehalt beträgt allerdings 100.000 Euro.
Kann ein solcher Wohngebäudetarif eine Höchstnote verdienen? Für uns ist die Antwort klar: nein.
Für unser aktuelles Rating haben wir 373 Tarife von 84 Versicherern anhand von 82 Detailkriterien untersucht. Das Ergebnis ist zweigeteilt: Rund 20 Prozent der Tarife erreichen unsere Höchstnote FFF+. Gleichzeitig fällt jeder zehnte Tarif mit „mangelhaft“ oder „ungenügend“ durch.
In dieser Folge sprechen wir mit Christian Monke, Leiter Ratings Gesundheit und Private Risiken, darüber, woran sich leistungsstarke Tarife erkennen lassen. Es geht um Selbstbehalte bei Elementarschäden, problematische Kündigungsregelungen bei Ableitungsrohren und mögliche Leistungskürzungen bei grober Fahrlässigkeit. Auch der Diebstahl von Wärmepumpen, Schäden nach einem Einbruch sowie hohe Kosten für die Dekontamination von Erdreich kommen zur Sprache.
Pressemitteilung zum aktuellen Rating Wohngebäude
Rating Wohngebäudeversicherung
GDV: Fünf Jahre nach der Ahrtalflut
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Transkript anzeigen
00:00:01:
00:00:11: Stellt euch mal folgendes Szenario vor, euer Kunde ruft euch an völlig verzweifelt.
00:00:16: Er steht nach einem starken Regen buchstäblich knietief im Wasser in seinem eigenen Keller.
00:00:21: Ihr schaut in die Akte und atmet erstmal auf weil Elementarschutz ist vereinbart.
00:00:26: ihr könnt den Kunden also beruhigen zumindest der finanzielle Schaden ist gedeckt.
00:00:30: Elementarschutz ist ein wichtiges Thema in der Wohngebäudeversicherung aber er weitem nicht das einzige.
00:00:36: Wie trennen wir in der Wohngebäudeversicherung die Spreu vom Weizen?
00:00:39: Dazu begrüße ich Christian Monke, Leiter Ratings Gesundheit und private Risiken.
00:00:43: Hallo Christian!
00:00:44: Hallo!
00:00:45: Christian, Frank- und Bornwerk hat gerade über das Ratingverfahren für Wohngebohrteversicherungen gerichtet.
00:00:50: Was prüft ihr da genau?
00:00:53: Für das Raiting schauen wir tief in den Produkte hinein.
00:00:55: In diesem Jahr haben wir insgesamt dreihundertdreiensechzig Tarife von vierundachtzig verschiedenen Versicherungen analysiert.
00:01:02: Dreihundertdreihundertsiebzig Tarife – Das ist ein großer Datenbestand.
00:01:06: Aber bevor wir in die Details der Klauseln gehen, wie hat sich die Qualität denn generell entwickelt?
00:01:11: Gibt es einen Aufwärts-Trend?
00:01:13: Ja und nein.
00:01:15: Wir sehen eine deutliche Polarisierung am Markt.
00:01:18: Auf der einen Seite haben genau siebzig der analysierten Tarife das in nur zwanzig Prozent unsere Bestnote IIIF Plus erreicht.
00:01:25: Also hervorragend!
00:01:26: Genau, hervoragend.
00:01:27: Das ist ein großer Sprung, denn im Vorjahr waren es nur vierzehn Prozent.
00:01:32: Einige Versicherer haben ihre Bedingungen also spürbar verbessert.
00:01:35: Auf der anderen Seite fällt aber auch jeder zehnte Tarif bei uns komplett durch.
00:01:39: Die landen in den Klassen F, also mangelhaft oder F-, also ungenügend.
00:01:45: Zwarzig Prozent der Vorrang des klingt auf dem Papier erstmal gut!
00:01:49: Aber wie stellt ihr sicher dass diese Tarife wirklich alle wichtigen Risiken für die Kunden abdecken?
00:01:55: Unsere Methode gesträngen Wir bewerten ausschließlich rechtsverbindliche Versicherungsbedingungen.
00:02:01: Hochklansburschüren und Vertriebsinformation ignorieren wir komplett.
00:02:07: Es zählen nur die Vertragsinformationen, wie der Kunde vorliegen hat und die am Ende auch vor Gericht Bestand haben.
00:02:13: Darüber hinaus legen wir Wert auf Klarheit.
00:02:16: Lässt eine Bedingung auch nur den geringsten Interpretationsspielraum zu?
00:02:20: Dann unterstellen wir für die Bewertung genau die Auslegung, die von den Kunden am ungünstigsten ist unabhängig davon was ein Gericht im Streitfall später vielleicht anders entscheiden würde.
00:02:32: Für die Punktevergabe zählt dann dieser strengste Lesart.
00:02:35: Nur so bringt eine Umklageformulierung den Tarif keine unverdienten Pluspunkte ein.
00:02:40: Okay.
00:02:42: Insgesamt prüfen wir in der Wohngebäude Versicherung zweiundachtzig Detailkriterien und vergeben dafür Punkte, nur wenn ein Tarif mindestens fünfundachzig Prozent der Punkte erreicht bekommt er die Höchstnote.
00:02:53: drei plus
00:02:54: Die Punkte allein reichen aber nicht für die Bestnote.
00:02:56: Das stimmt!
00:02:57: Du sprichst im Mindeststandards an.
00:02:59: Zusätzlich zu den erreichten Punkten prüffen wir nämlich noch ob ein Tarif in bestimmten wichtigen Leistungsbereichen eine Mindestleistung erfüllt.
00:03:07: Damit stellen wir sicher, dass ein Tariff nicht in fast allen Regelungen top ist aber an einer entscheidenden Stelle schwächelt.
00:03:14: Unsere Top-Tarife müssen wirklich durchgängig Top-Leistungen bieten.
00:03:19: Im neuen Rating gibt es ja auch einen Mindeststandard bei den Elementarschäden oder?
00:03:23: Das betrifft genau solche Fälle wie die mit dem Starkregen, den ich zu Beginn beschrieben habe.
00:03:28: Exakt!
00:03:29: Um zwanzig sechsundzwanzig bei uns der Höchstnote drei Fluss zu bekommen Darf der Selbstbehalt bei Lementarschärmen Zehntausend Euro nicht übersteigen.
00:03:37: Wir haben diesen neuen Mindeststandard aufgenommen, weil es Tarif am Markt gibt die ein Elementarschutz automatisch mitversichern.
00:03:44: Das ist grundsätzlich eine gute Idee.
00:03:46: allerdings gilt dann teilweise einen Selbstbehalten von hunderttausend Euro.
00:03:51: Für mich klingt das wie ein Fallschirm, der sich erst kurz vom Boden öffnet.
00:03:54: Auf dem Papier ist der Schutz da Im Ernstfall bringt er aber kaum noch was.
00:03:58: Wer kann sich schon hundert tausend euro Selbstbeteiligung leisten wenn das Haus komplett hinüber ist?
00:04:04: Genau das sehen wir auch so.
00:04:05: Wir wollten sicherstellen, dass so ein Tarif nicht die Höchstnote bekommen kann selbst wenn er sonst Top-Leistung bietet.
00:04:12: Zumal es in der Regel Lösungen gibt über bestimmte Tarifbausteine oder Klauseln den Selbstbehalt deutlich zu senken.
00:04:18: Okay, das leuchtet ein!
00:04:20: Das Elementartema ist existenziell.
00:04:23: Trotzdem gibt's immer wieder Kunden, die sagen bei mir in der Nähe gibt es weit und breit keinen Fluss oder Bach.
00:04:27: warum soll ich dann Zuschlacht zahlen?
00:04:30: Das kommt vor... Trotzdem solltest du halt zwar mittlerweile beim Kunden nicht locker lassen.
00:04:34: Starkregen kann fast überall zu Überschwemmungen führen, auch dort wo man das nicht erwartet.
00:04:39: Fünf Jahre nach der Flugkatastrophe im A-Tal hatten laut GDV Ende twentyfünftzwanzig immer noch rund vier von zehn Wohngebäuden in Deutschland überhaupt keinen Schutz gegen Elementarschäden.
00:04:50: Sprich das Risiko also immer aktiv an und versuche es überzeugen!
00:04:54: Lass uns den Blick zu den alltagschäden Lenken die für die meisten Schadensmeldung verantwortlich sind Und Ursache dafür ist oft Leitungswasser.
00:05:02: Guter Punkt!
00:05:03: Naturkarastrophen dominieren immer die Nachrichten, schauen wir aber in die GDV-Daten entfällt tatsächlich fast der Hälfte des gesamten Branches und Schadenaufwands in der Wohngebäudeversicherung auf Leitungsswasser.
00:05:15: Das sind die unsichtbaren Rohrbrüche in der Wand oder unter der Bodenplatte.
00:05:19: Die sind in der Regel versichert.
00:05:20: Spannender sind Ableitungsrohre.
00:05:22: Hier können ebenfalls hohe Schäden entstehen wenn zum Beispiel die Einfahrt oder ein Gehweg auf dem Grundstück aufgegraben werden muss.
00:05:29: Ja und genau da gibt es eine Klausel, die bei vielen Vermittlern und Kunden für Frust sorgen kann – die separaten Kündigungsregeln bei Ableitungsrohren!
00:05:38: Das wird in eurem Rating ja auch adressiert, oder?
00:05:41: Richtig das ist unser zweiter zwingender Mindeststandard für die Note IIIF+.
00:05:45: Für die Top-Bewertung muss der Schutz von Ableitungsohre ohne eine separate Kündigung regelt und zwar sowohl auf dem Versicherungsgrundstück als auch außerhalb.
00:05:54: Warum machen Versicherer das überhaupt?
00:05:57: Warum kündigen die gezielt nur die Rohre aus dem Vertrag raus?
00:06:00: Das ist im Grunde reines Risikomanagement auf Kosten des Kunden.
00:06:04: Stellt ihr eine Straße vor, nur ein.
00:06:06: Familienhäuser sagen wir mal aus den siebziger Jahren.
00:06:09: Die alten Tonrohr unter der Straße werden porös Wurzel wachsen ein.
00:06:13: Irgendwann kommt es bei den Nachbarn zum ersten Rohrbruch.
00:06:16: Der Versichere reguliert das Brav.
00:06:18: Jetzt weiß der Versicherer aber wenn dieses eine Rohrstück kaputt war bricht mit ziemlicher Sicherheit in zwei Jahren das nächste.
00:06:26: Die ganze Straße oder sogar die ganze Siedlung könnten betroffen sein, der Versicherer schaut an seinen Bestand ob noch weitere Häuser in der Nähe versichert sind.
00:06:35: um diese sichere Minus-Geschäft loszuwerden nutzt er eine spezielle Klausel.
00:06:39: nach dem allerersten Schadenfall kündigt er ausschließlich des riesige Ableitungsrohre aus dem Vertrag heraus.
00:06:44: ok neben diesen großen Themen elementar und Ableitungstruhr Worüber stolpern die restlichen achtzig Prozent der Tarife noch in eurer Analyse?
00:06:53: Was sind die versteckten Fallen, die oft übersehen werden.
00:06:56: Ein Thema sind Schäden, die da kunde durch grobe Fahrlässigkeit selbst verursacht.
00:07:01: Um bei uns auch nur die zweitbeste Note also sehr gut zu erreichen verlangen wir dass der Versicher komplett darauf verzichtet die Leistung bei groberer Fahrläßigkeit zu kürzen und zwar unabhängig von der Schadenhöhe.
00:07:12: Da muss ich kritisch nachfragen.
00:07:13: kurz das Thema ist ja nicht neu.
00:07:16: Ist das nicht mittlerweile Standard?
00:07:18: Leider nein.
00:07:20: Es gibt noch viele Tarife, die nur bei einer geringen Schadenhöhe auf den Einwand der groben Fahrlässigkeit verzichten.
00:07:26: Am Markt sehen wir ja häufig Grenzen zwischen fünf tausend und zehntausend Euro.
00:07:30: Häufig betrifft das die schwächeren Tariflinien in einem gestaffelten Tarifwerk.
00:07:35: Ein klassischer Fall?
00:07:36: Der Herd bleibt beim Verlassen der Wohnung an es kommt zum Küchenbrand oder ein Fenster steht trotz Sturmwahlung gekippt Und der Sturm richtet Schaden an.
00:07:44: Beides gilt als grob fahrlässig.
00:07:46: Ein sehr guter Tarif, da wir keine Sublimits haben.
00:07:49: Man muss die volle Versicherungssumme leisten ohne Wenn und Aber.
00:07:55: Welche Schwachpunkte habt ihr noch gefunden?
00:07:58: Ein wachsendes Problem fällt ist der Diebstahl vom Gebäudezubehör ganz konkret von Wärmepumpen.
00:08:03: Wärmapumpen, aber viele Kunden denken doch... ...die Wärmpumpe steht auf meinem Grundstück!
00:08:08: Die gehört automatisch zum Haus und ist über die Gebäudeversicherung mitversichert
00:08:12: oder?!
00:08:13: Eben nicht immer.
00:08:15: Und genau das ist die Falle im Kleingedruckten.
00:08:17: Wir reden ja nicht von einem Heizkörper im Wohnzimmer, der fest an der Wand hängt.
00:08:20: Eine moderne Luftwasserwärmepumpe kostet am Markt nicht selten zwanzig bis zwanzichtausend Euro.
00:08:26: Das Problem ist die Außeneinheit also der Kompressor.
00:08:29: Der steht außerhalb des Gebäudes meist frei zugänglich in den Vorgarten.
00:08:33: Organisierte Diebesbanden haben längst erkannt wie lukrativ das ist.
00:08:36: Und was sagt die Versicherung dann?
00:08:39: Viele vor allem ältere Tarife beschränken die Leistung für Liebstahl auf Sachen die fest mit dem Gebäude verbunden und außen am Gebäud angebracht sind.
00:08:47: Die Leistungen dafür sind dann auch nicht besonders hoch.
00:08:50: Besser sind Regelungen, die auch Grundstücksbestandteile umfassen.
00:08:54: Noch besser ist der explizite Nennung von Wärmepumpen mit einer entsprechenden Leistungshöhe.
00:08:58: Geklaut werden aber nicht nur Wärmpumpen!
00:09:01: Was kann noch bei einem normalen in Anführungszeichen Einbruch passieren?
00:09:06: Werden Sachen gestohlen springt die Hausradversicherung ein.
00:09:09: Werden aber zum Beispiel Türen oder Fenster beschädigt oder wird im Haus randaliert Kann das ein Thema für die Gebäudeversicherung sein?
00:09:16: Gleiches gilt für Graffiti am Haus oder an der Garage.
00:09:19: Aber längst nicht jeder Tarif leistet dafür.
00:09:22: Manche Schäden sind extrem selten, können aber sehr teuer werden.
00:09:25: Genau!
00:09:26: Stichwort Dekontamination von Erdreich.
00:09:29: Das ist ein weiteres Kostenrisiko, dass oft unterschätzt wird.
00:09:32: Erklär kurz das Risiko.
00:09:33: was muss passieren und warum ist es so teuer?
00:09:37: Stell dir ein klassisches Hochwasser vor, das in den Keller eindringt.
00:09:40: Dann läuft Heizöl aus und versäucht den kompletten Garten des Kunden.
00:09:44: Der Gesetzgeber sagt dann klar, dass Erdreich muss fachgerecht ausgehoben, abtransportiert und als Sondermüll entsorgt werden.
00:09:51: Deckt ein Tarif diese Kosten nicht ausreichen oder nur bis zu einem niedrigen Sublimit?
00:09:56: Dann zahlt der Kunde schnell mehrere Zehntausend Euro aus eigener Tasche.
00:09:59: Interessant!
00:10:00: Wenn wir das zusammenziehen in der Wohngebäudeversicherung gibt es viele Risiken die vielleicht selten vorkommen.
00:10:07: aber wenn dann geht's richtig ins Geld.
00:10:09: woran erkennt einen Vermittler in dreißig Sekunden ob ein Wohngebäudetarif zu den Guten oder zu den Kritischen gehört, ohne die kompletten Bedingungen zu lesen.
00:10:18: In dreißig Sekunden geht das nur über eine fundierte Gesamtbewertung der Tarife wie es unser Rating anbietet.
00:10:24: Damit bekomme ich einen guten ersten Überblick und kann sicherstellen dass sie mit gut geräteten Tarifen kein großes Risiko eingehe.
00:10:31: aber danach muss die individuelle Abstimmung des Tarifs auf die Situation und das Gebäude als Kunden erfolgen.
00:10:37: liegt das Haus zum Beispiel in einem Hochwasser- oder Überschwemmungsgebiet?
00:10:41: Gibt es eine Photovoltaikanlage oder eine Werbepumpe?
00:10:44: Wenn du unseren Vermittlern aus allen diesen Daten heute genau eine Sache mitgeben könntest, ein konkreten Handlungsauftrag für den Schreibtisch.
00:10:50: Was wäre das?
00:10:52: Überprüft euer Bestand und war proaktiv.
00:10:55: Ältere Tarife haben oft Schwachpunkte und das Thema Elementar ist buchstäblich elementar für die Kunden und sollte unbedingt mitberaten werden.
00:11:03: Ich danke dir, Christian!
00:11:04: Gerne bis zum nächsten Mal.
00:11:05: Wenn ihr das neue Rating oder auch die Zahlen des GDV, die wir genannt haben genauer studieren wollt dann schaut einfach mal in unsere Show-Notes.
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