#36 - Beyond ESG - Nachhaltigkeits-Report 26

Shownotes

Im aktuellen Podcast sprechen wir mit Henrike Wedekind über die Ergebnisse unseres neuen Nachhaltigkeits-Reports 2026.

Wir haben 48 Versicherungskonzerne analysiert, hinter denen über 200 deutsche Erstversicherer stehen – und über 250 Kriterien ausgewertet. Unser Ziel: Transparenz schaffen. Wo steht die Branche bei den untersuchten Nachhaltigkeitskriterien? Wo zeigen sich positive Entwicklungen in den untersuchten Kriterien? Und wo bleiben Lücken?

Im Podcast erklären wir, wie wir Nachhaltigkeitsaspekte anhand einheitlicher Kriterien vergleichbar machen, warum Scope 3 zur Herausforderung wird und wie unser Nachhaltigkeits-Score komplexe Berichte in verständliche Prozentwerte übersetzt.

Nachhaltigkeits-Report 2026

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Transkript anzeigen

00:00:00: Hinweis!

00:00:01: In dieser Folge sprechen wir über Nachhaltigkeit und greifen dabei auf verschiedene Quellen-und Daten zurück.

00:00:07: Aussagen beziehen sich jeweils auf den konkret genannten Sachverhalt, Zeitraum und die zugrunde liegende Datenbasis.

00:00:14: Sie sind nicht als pauschale Bewertung der Nachhaltigkeitsleistungen eines Produkts oder Unternehmens zu verstehen.

00:00:20: Wesentliche Quellen und weiterführende Informationen finden sie in den Show Notes.

00:00:36: haben wir ja oft über die neuen Reporting Regeln gesprochen und heute machen wir das Ganze etwas praktischer.

00:00:42: Es geht nämlich um den Nachhaltigkeitsreport, um den aktuellen und dafür habe ich mir Verstärkung geholt.

00:00:48: Heute ist hier Henrike Wedekinds, sie ist bei uns Referentin für Unternehmensentwicklung nachhaltigkeit.

00:00:54: Hi Henrike!

00:00:55: Hallo?

00:00:56: Du hast an dem Report mitgearbeitet und die doch mitverantwortet.

00:00:59: Was ist das für ein Report?

00:01:01: Um das mal ganz kurz runterzubrechen, wir schauen uns eigentlich an wie nachhaltig die Versicherungsbranche wirklich ist.

00:01:07: also wo gibt es Fortschritte?

00:01:08: aber auch wo bleiben vielleicht noch Lücken und wo sind Verbesserungen notwendig?

00:01:12: dazu haben wir uns forty versicherungskonzerne angeschaut hinter denen über zweihundert deutsche Erstversicherer stehen.

00:01:19: was ist denn da die zentrale Botschaft wenn du dir auf einen punkt bringen müsstest?

00:01:23: Also der Kurs stimmt auf jeden Fall schon mal, aber es bleibt noch viel zu tun.

00:01:27: Wir sehen Fortschritte und gleichzeitig gibt's auch Bereiche in denen die Transparenz abnimmt und Themen einfach zu wenig abgedeckt werden.

00:01:34: Okay dann lass uns das mal Schritt für Schritt auftröseln!

00:01:39: Was sind denn für dich die klassen Fortschuhte?

00:01:41: Wo siehst du wirklich Bewegung in die richtige Richtung?

00:01:45: Ein Bereich der mir direkt einfällt sind zum Beispiel die Emissionen aus dem eigenen Geschäftsbetrieb also z.B.

00:01:50: aus dem Fuhrpark oder aus der verbrauchten Energie.

00:01:53: Neunzig Prozent der untersuchten Versicherer berichten diese Daten und der Durchschnitt liegt ungefähr bei einer Tonne CO²-Equivalent pro Mitarbeiter, also relativ wenig.

00:02:02: Das sind schon sehr konkrete Zahlen!

00:02:04: Und sieht man dennoch echte Reduktion?

00:02:05: Also nicht nur wir messen sondern auch Wir werden besser

00:02:11: Bei einigen Jahren.

00:02:12: aber nur wenige berichten ihre Reduktion wirklich konsequent seit dem Basisjahr.

00:02:17: Und wenn sie es tun, sind die Ergebnisse aber teils echt sehr erfreulich.

00:02:20: der höchste Wert den wir feststellen konnten ist eine Reduktionsumknapp.

00:02:30: Also Haken tut es häufig vor allem bei der Vergleichbarkeit, gerade weil die Erfassung in Scope III – also allem was außerhalb des eigenen Geschäftsbetriebs und Energieverbrauchs liegt noch stark variiert.

00:02:40: Da hat man als schnell sehr viele Zahlen aber nicht immer eine stabile Basis um die Zahlen dann auch eins zu eins nebeneinanderzulegen.

00:02:46: Wichtig sind hier dann v.a.

00:02:47: einheitliche Standards- und Berechnungsmethoden.

00:02:50: Bei Versicherern kommt ja dann oft die Frage, wo ist eigentlich der größte Hebel?

00:02:55: Im eigenen Betrieb oder woanders.

00:02:57: Ja ganz genau und für Versicherer liegt der größste Hebel ganz klar eben in der Kapitalanlage weil der operative Fußabdruck oft vergleichsweise gering ist.

00:03:05: Und da sehen wir auch über neunzig Prozent der Versicherersätzen immerhin auf Positivkriterien oder Ausschlüsse.

00:03:12: Am häufigsten schließen die versichere Investitionen in Kohle aus aber auch Menschen und Arbeitsrechte sind ein wichtiger Filter.

00:03:19: Das hört sich ja schon so an, als würde sich da was bewegen.

00:03:22: Was fehlt dir denn dann noch?

00:03:24: Genau das ist es schon ganz richtig.

00:03:26: aber viele Versicherer geben eben nicht an wie und in welchen Abständen sie ihr Asset Management überprüfen.

00:03:32: Und auch sonst sehen wir hier noch deutliches Potenzial dass die Versicherern mit ihren Investments auch wirklich aktiv die Transformation finanzieren und eben nicht nur kritische Branchen ausschließen.

00:03:42: Okay!

00:03:42: Die große Stellschraube sind also Investments.

00:03:46: und wenn wir von da aus mal runterzoomen Wie sieht es da bei den klassischen Alltagsthemen aus?

00:03:51: Energie, Papier, Wasser, Abfall.

00:03:54: Was zeigt der Report da?

00:03:56: Vielleicht zuerst mal zum Energieferbrauch weil wir da noch eine relativ breite Datenbasis sehen können.

00:04:01: Der durchschnittliche Energieverbrauch liegt bei etwa elf Megawatt pro Mitarbeiter und der Anteil erneuerbarer Energien beträgt im Mitte forty-sech Prozent und bei Strom sogar ninety Prozent.

00:04:11: also gerade bei Strom ist das natürlich schon ein sehr erfreulicher Wert.

00:04:14: Und wo kippt

00:04:17: Bei den anderen Themen, also bei Papier-Wasser und Abfall?

00:04:19: zum Papierverbrauch machen nur noch zwanzig Prozent Angaben.

00:04:23: Im Mitte sind es dann dreiundsechzig Kilogramm pro Mitarbeiter.

00:04:26: Und bei den Wasser- und Abvermengen ist die Berichtsquote dann ähnlich dünn.

00:04:30: Das ist deshalb aber eben relevant weil das am Ende nicht nur um CO² geht sondern um ein vollständiges Bild was wir erlangen möchten.

00:04:36: Okay!

00:04:37: Dann lass uns mal den sozialen Teil anschauen.

00:04:40: Was fällt da besonders auf?

00:04:43: Also gerade beim Thema Arbeitgeberverantwortung sehen wir auf jeden Fall mehr Aktivität.

00:04:47: Fifty-fünfzig Prozent der Versicherer fördern wirklich gezielt die Nachhaltigkeitskompetenz durch Schulungen oder interne Netzwerke und achtundvierzig Prozent bieten auch spezifische Weiterbildungsprogramme für den Vertrieb an, und forty-f vierzig Prozent koppeln auch die Vergütung von ihren Frühungskräften an nachhaltiges

00:05:05: Ziel.

00:05:05: Und Gleichstellung?

00:05:07: Da gibt es Fortschritte!

00:05:08: Aber es gibt auch deutliche Defizite.

00:05:10: Also der Frauenanteil im Aufsichtsrat liegt bei durchschnittlich achtundzwanzig Prozent, im Vorstand allerdings nur bei knapp unter zwanzig Prozent und wenn wir uns mal den unbereinigten Gender Pay Gap anschauen, liegt der Wert bei zwanzich Prozent.

00:05:23: Im Vergleich steht da die Branche auf jeden Fall schlechter dar als der deutsche Durchschnitt, der liegt nämlich bei sechzehn Prozent.

00:05:29: Das ist ja tatsächlich noch nicht ganz optimal aber wahrscheinlich braucht's bestimmt gerade deshalb Transparenz.

00:05:35: Was ist mit gesellschaftlichem Engagement, also spenden bestimmte Projekte oder Ehrenamt?

00:05:41: Also auch da sehen wir das weniger berichtet wird.

00:05:44: Nur etwa ein Viertel berichtet über das Thema Spenden und wo berichtet wurde reicht die Spendenhöhe von knapp acht tausend Euro bis über fünf Millionen Euro.

00:05:52: Wichtig ist natürlich das ganze ins Verhältnis zu setzen und wenn wir das Ganze mal ins verhältnis zur den Beitragseinahmen setzen dann haben wir eine Spendenquote wo der höchste Wert bei Und für uns ist hier auf jeden Fall noch Luft nach oben.

00:06:07: Was auch ganz interessant, es nur ein Viertel der Versicherer ermöglicht ihren Mitarbeitern die Freistellung für Ehrenamt.

00:06:13: Wenn man das alles hört da gibt's ja wirklich viele Kennzahlen und unweigerlich stellt man sich da die Frage wie kann man das denn vergleichbar machen ohne dass man sich selbst durch zig Berichte selbst wühlen muss?

00:06:26: Und was auch wichtig ist, dass man Nachhaltigkeit so erklärt, dass Kunden die auch verstehen und im besten Fall sogar spannend finden, weil sie merken was das konkret für sie selbst bedeutet.

00:06:37: Genau dafür gibt es ergänzend dann den Nachhaltigkeitsscore.

00:06:40: der verdichtet eben über zweihundertfünfzig Kriterien in sehr verständliche Prozentwerte und macht die Nachhaltigkeitsleistung damit so direkt vergleichbar.

00:06:49: Und dazu betrachten wir sechs Fokusthemen, die eigentlich für alle leicht verständlich sind.

00:06:53: das sind dann so Themen wie nachhaltiges Investment gesellschaftliches Engagement oder auch Ressourcenmanagement.

00:06:58: ich glaube mit diesen Begriffen kann jede Person direkt was anfangen.

00:07:03: Also hilft der Score vor allem dabei die ganzen Infos so zusammenzuführen dass man sie wirklich nutzen kann Statt sich selbst durch Unmengen von Berichten zu kämpfen.

00:07:12: Genau,

00:07:13: du kannst damit richtig schnell erkennen wo jemand konsequent ist und wo es eben auch Lücken gibt.

00:07:18: Und das ist uns eben wichtig nicht nur zu schauen ob etwas irgendwo steht sondern ob's in der Breite überzeugend und nachvollziehbar ist.

00:07:25: also nicht nur werterschönste wording sondern wo gibt es wirklich belastbare Ziele und klare Maßnahmen?

00:07:30: Das Ganze verpacken wir dann so konkret dass man das Kunden eben auch überzeugend erklären kann.

00:07:35: So kommt die Nachhaltigkeitsleistung mit echtem Mehrwert beim Kunden an und kann dann im besten Fall auch richtig begeistern.

00:07:41: Okay, die letzte Frage Henrike!

00:07:44: Für wen ist der Report am nützlichsten?

00:07:46: Wer sollt ihn unbedingt auf dem Radar haben?

00:07:49: Eigentlich alle, die Versicherer im Markt einordnen oder vergleichen wollen und dabei eben nicht selbst tausende Seiten an Bericht lesen wollen ob das jetzt im Vertrieb ist in der Produktwelt, im Unternehmensumfeld oder eben auch aus Kundensicht.

00:08:01: Okay sehr gut ich danke dir für die Einordnung Henrike.

00:08:04: Sehr gerne

00:08:05: Bis zum nächsten Mal, den Nachhaltigkeitsreport gibt's wie immer in den Shownotes sowie auch alle weiteren Infos zum Nachhaltighatsscore.

00:08:14: Genau!

00:08:15: Dann danke fürs Zuhören.

00:08:16: und bis zur nächsten Folge!

00:08:20: Wenn Sie ja auch zukünftig keine Folge mehr verpassen wollen können Sie uns kostenlos abonnieren.

00:08:25: das geht auf verschiedenen Seiten im Internet und auf verschiedenen Plattformen wie Spotify Apple Podcasts Amazon Music oder Audible Portigy.

00:08:35: gibt's auch einen ganz normalen RSS Feed.

00:08:37: Bis zum nächsten Mal, wir freuen uns auf Sie!

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